Cybermobbing
Veröffentlicht am 12. September 2018 um 16:13 Uhr von Verena Hartmann

Cybermobbing- auch Kinder (unter 14-Jährige) können rechtlich belangt werden

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Seitdem verbale Angriffe gegen Kinder und Jugendliche welche Großteils per Smartphone ausgetauscht werden und somit im virtuellen Raum stattfinden, hat Mobbing eine neue gefährliche, unkontrollierbare Dimension bekommen, die nicht selten mit dem Tod endet. Opfer derartiger Cyber- Angriffe können sich rechtlich zur Wehr setzten, auch wenn die Täter noch strafunmündig (also unter 14 Jahre alt) sind. Schüler sind erst ab 14 Jahren strafmündig, daher kann ein 13- jähriger Mobber in strafrechtlicher Hinsicht ungeschoren davon kommen, in zivilrechtlicher jedoch nicht!

Grundsätzlich gilt

Virtuelle Verunglimpfungen, Beschimpfungen und Bedrohungen aber genauso auch Mobbing auf dem Schulhof sind keine Kavaliersdelikte. Sie können sowohl strafrechtlich – das betrifft dann Täter über 14 Jahren – aber auch zivilrechtlich verfolgt werden- diese ist bereits ab dem 7 Lebensjahr durchsetzbar.

Die Chancen, hier juristisch erfolgreich vorzugehen sind vor allem dann groß, wenn der Täter bekannt und seine Machenschaften nachweisbar sind. Das trifft auf viele Fälle zu. Über 50 Prozent der von Mobbing betroffenen Kinder und Jugendlichen kennen ihre Peiniger. Beleidigungen, Ausgrenzungen und Erniedrigungen zwischen Gleichaltrigen stellt einen emotionalen für alle Betroffenen dar hinzukommt, dass diese Äußerungen jahrelang im Internet präsent bleiben, sich unkontrolliert verbreiten und jederzeit griffbereit sind. Für die Jugendlichen sind diese Erfahrungen nicht selten traumatisch, zudem lassen die schulischen Leistungen nach, sie geraten in Isolation und im schlimmsten Fall führen die anhaltenden quälenden Attacken zum Suizid.

Die Präventionsarbeit in Bezug auf Cybermobbing besteht vor allem in der Vermittlung & Förderung von Medienkompetenz und damit einher gehenden sozialen und kommunikativen Kompetenzen. Um Cybermobbing vorzubeugen, empfiehlt es sich, Heranwachsende durch Gespräche, Projekte und aktive Medienarbeit für die Problematik zu sensibilisieren. Damit soll ein Bewusstsein für den mündigen und verantwortungsvollen Umgang mit Online-Medien geschaffen werden.

Tipps für Eltern und Opfer

  • Eltern sollen, wenn es sich um Vorfälle mit Mitschülern handelt, zunächst die Lehrer, die Schulleitung und die Eltern des Täters auffordern, das Mobbing zu unterlassen- bei Verstoß gegen diese Abmahnung werden die Eltern des Mobbers zahlungspflichtig (ca. 2500-5000 Euro zuzüglich Anwaltskosten).
  • Im Sinne einer Mediation den Jugendlichen darauf hinweisen, dass das Mobbing zu unterlassen ist und rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann.
  • Um langfristiges Cybermobbing zu beenden, stehen zahlreiche kostenlose Cybermobbing Beratungsstellen vor Ort zur Verfügung- telefonische Hilfe kostenlos und anonym.
  • Bei mobbing-schluss-damit.de oder juuuport.de finden Betroffene zahlreiche Tipps, Beratung und Hilfestellungen.
  • Beim No Blame Approch wird gemeinsam eine lösungsorientierte Methode gefunden wobei auf Schuldzuweisungen und Bestrafungen verzichtet wird um das Mobbing nachhaltig zu stoppen.
  • Bei Cybermobbing- Vorfällen in Schulen ist das Ziel, dass die Schüler Courage entwickeln, sich hinter betroffene stellen und auch für Rechte im Netzt sensibilisiert werden durch geschultes Personal wie Schulpsychologen, Sozialarbeiter oder Präventionsbeauftragte.
  • Bei gravierenden Fällen ist die Polizei hinzuzuziehen.
  • Medienpädagogische Beratungsstelle Tel: 07112850-777 für Fragen rund um das Thema

 

Mobbingberatung Berlin-Brandenburg
Uhlandstr. 127
10717 Berlin
Tel.: 030/86 39 15 72
info@mb-berlinbrandenburg.de
www.mobbingberatung-bb.de

Quelle: https://www.t-online.de/leben/familie/schulkind-und-jugendliche/id_76356264/mobbing-auch-minderjaehrige-koennen-belangt-werden.html
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