Leitungswasser
Veröffentlicht am 10. September 2018 um 12:57 Uhr von Verena Hartmann

Kann man unser Leitungswasser in Deutschland- ganz ohne Bedenken trinken?

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Das Umweltbundesamt warnt vor Nitrat im Grundwasser. Woher kommen unsere Zweifel, dass das Leitungswasser nicht gesund sei und sind diese berechtigt?

Das Vertrauen der Bürger in unsere deutsche Trinkwasserqualität ist eigentlich hoch. Skepsis an der guten und einwandfreien Wasserqualität zeigt sich jedoch bei jedem sechsten Deutschen.

Durch die Trinkwasserverordnung zählt Leitungswasser zu den am besten kontrollierten Lebensmitteln in Deutschland. Diese garantiert, dass unser Trinkwasser keine Schadstoffgrenzwerte überschreitet und kontrolliert dies in regelmäßigen Abständen. Unser Trinkwasser in Deutschland stammt zu 70 Prozent aus Grund- und Quellwasser, der Rest aus Flüssen, Seen und Brunnen. Das Wasser wird in den Wasserwerken analysiert und aufbereitet, im Anschluss gelangt es in die Rohrleitungen der Wasserversorgung und schließlich bis zu unserem Hausanschluss.

Die Wasserwerke können Schadstoffe oft nicht bis zur Gänze herausfiltern, wodurch diese Giftstoffe mit dem eigentlich gereinigten Wasser in die öffentlichen Gewässer gelangen. Erst ab dem Hausanschluss sind wir für unsere Wasserqualität selbst verantwortlich. Schädliche Substanzen können sich aber bereits im Grundwasser abgelagert haben. Zurückzuführen ist dies auf die konventionelle Landwirtschaft, die durch den vermehrten Einsatz von gesundheitsschädlichen Pestiziden und Düngemittel wie Nitrate, hervorgerufen wird. Durch die strengen Kontrollen bei der Einspeisung des Leitungswassers, ist der Anteil an Schadstoffen so gering, sodass davon auszugehen ist keinen gesundheitsgefährdenden Einfluss auf den Menschen zu haben.

Führen wir unseren Gewässern allerdings weiterhin bedenkliche Schadstoffe wie Nitrat zu, wird sich die Lage ändern, die Grenzwerte überschritten und der Verzehr des Leitungswassers nicht mehr unbedenklich sein. Deutschland hat bereits jetzt, nach Malta die zweithöchste Belastung an Nitrat innerhalb der EU.

10 Tipps zum sorgsamen Umgang mit Wasser

  1. Auf wassertest-online.de ist es jedem möglich die häusliche Wasserqualität auf Schadstoffe prüfen zu lassen.
  2. Auch das Gesundheitsamt informiert über Schadstoffe im hauseigenen Leitungswasser
  3. Werden Schadstoffe im Wasser gefunden, schnellstmöglich selber die Leitungen auswechseln oder den Vermieter kontaktieren, dieser ist verpflichtet, die Leitungen auszutauschen.
  4. Mineralwasser in Flaschen im Vergleich bedenklich- daher wäre es besser einen Wassersprudler zu besorgen- so kann man prickelndes Leitungswasser erzeugen.
  5. Bei Wasser in Plastikflaschen besteht der Verdacht, dass Stoffe wie hormonell wirksame Chemikalien aus den Flaschen ins Wasser übergehen können: Daher fürs Büro, zu Hause oder  Unterwegs einfach BPA- freie Trinkflaschen (aus Edelstahl oder Glas) verwenden.
  6. Wenn Sie Leitungswasser in Restaurants bevorzugen, darauf hinweisen, dass man es bezahlen wird. Projekte, die den Ausschank von Leitungswasser in Restaurants fördern: Atip:tap oder Feinstes!
  7. Mit der Trinkwasser- App findet jeder den nächstgelegenen Trinkwasserbrunnen- ersichtlich unter trinkwasser-unterwegs.de
  8. Leitungswasser schadet unserer Gesundheit weniger als Flaschenwasser, welches vergleichsweise teuer ist und einen hohen Schaden für unsere Umwelt darstellt (Stichwort Vermeidung von Plastikmüll).
  9. Mineralwasser in Flaschen ist erheblich bedenklicher, da die Chemikalien aus den Flaschen ins Wasser übergehen können, daher enthalten diese bei weitem mehr Schadstoffe, als das Wasser aus der Leitung.
  10. Kalkablagerungen an Wasserkocher, Kaffeemaschinen und anderen Geräte sollten mit Zitronensäure entkalkt werden- da verkalkte Geräte mehr Strom brauchen, hilft dies Energie und Kosten zu sparen.

 

Quelle: https://utopia.de/ratgeber/kann-man-leitungswasser-deutschland-wirklich-trinken
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