Ernährung und Landwirtschaft

Ernährung und Landwirtschaft

„Unser täglich Brot…“ (Vater unser)

Es gilt die Rahmenbedingungen für die landwirtschaftlichen Familienbetriebe und Genossenschaften zu verbessern und das Ausbluten heimischer Betriebe durch Großindustrien zu beenden. Die Globalisierung, mit denen ein unverantwortliches Preisdumping einhergeht, ist im Bereich der Landwirtschaft als äußerst kritisch zu betrachten. Denn die Kosten tragen am Ende Umwelt, Mensch und Tier.

Meine Kernforderungen sind:

  • Familienbetrieben wieder ein ökonomisches Überleben zu ermöglichen
  • Gesunde Ernährung insbesondere für Kinder und Jugendliche sicherstellen
  • Die Fehlnutzung von Agrarflächen unterbinden
  • Stärkung regionaler Lebensmittelerzeugnisse und Direktvermarktung
  • Lebensmittelverschwendung nicht länger hinnehmen
  • Alte Kultursorten erhalten und grüne Gentechnik einschränken

Im Zuckerrausch

Egal ob eine Cola zur Erfrischung, ein Red Bull zur Leistungssteigerung oder ein Dextro Energie kurz vor der Prüfung. Der Mythos Zucker belebt das Gemüt ist falsch! Die gut 12 Zuckerwürfel in einer Red Bull Dose verleihen also keine Flügel. Zucker wirkt sogar gegenteilig auf die Stimmung. Übermäßiger Konsum macht müde und kann sogar zu Aggressionen und Aufmerksamkeitsdefiziten führen. 1

Erschreckend ist die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die Energydrinks regelmäßig zu sich nehmen. In einer Umfrage der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) unter 52 000 Jugendlichen, gaben 68 % der Zehn- bis 19-Jährigen an, regelmäßig Energydrinks zu konsumieren, 12 % sogar monatlich über 7 Liter. Großbritannien hat darauf bereits reagiert und ein Verkaufsverbot für Kinder und Jugendliche erlassen. 2

Quelle:
1. Konstantinos Mantantzis, Friederike Schlaghecken, Sandra I. Sünram-Lea, Elizabeth A. Maylor. Sugar Rush or Sugar Crash? A Meta-Analysis of Carbohydrate Effects on Mood. Neuroscience & Biobehavioral Reviews, 2019; DOI: 10.1016/j.neubiorev.2019.03.016
2. https://lakost-mv.de/kindertag-ohne-energy-drinks-feiern

Zuckersüße Stimmung

„Ach wie gut das niemand weiß, wie ich eigentlich noch so heiß‘“!

Jeder weiß heutzutage, dass Zucker nicht gesund ist und nur in Maßen konsumiert werden sollte. Doch auf den Zuckerverbrauch in Deutschland hat diese Erkenntnis kaum einen Einfluss. Die Statistik zeigt seit den 1980er Jahren einen relativ stabilen Wert.

So verzehren die Deutschen in Weißzuckerwert umgerechnet zwischen 35.9 kg (Spitzenwert 2005/6 – und 32,5 kg (niedrigster Wert 2012/13) pro Kopf und Jahr. 1

Viele Experten sehen den Grund eines relativ gleichbleibenden Zuckerkonsums darin begründet, dass Zucker immer häufiger unter verschiedenen Namen verwendet wird. Ein waschechter Etikettenschwindel von Seiten der Industrie! Zucker hat viele Namen:

Saccharose

Denn das Mischen dieser scheinbar verschiedenen Zutaten, führt dazu, dass die einzelnen Zuckerarten meist sehr weit hinten in der Zutatenliste geführt werden. Dies erweckt den Anschein von wenig(er) Zucker im Produkt. Dabei sind diese industriell hergestellten Zuckerarten häufig sogar noch süßer und schädlicher.

Übergewicht nimmt weiter zu.

59 % der Männer und 37 % der Frauen in Deutschland sind übergewichtig. Etwa 6,7 Millionen Menschen leiden in Deutschland bereits an Diabetes „Typ2“ mit den dazugehörigen Spätfolgen wie Schlaganfall oder Nierenschädigung. In Deutschland ist jedes siebte Kind bereits zu dick oder gar fettleibig. 2 Der Diabetes „Typ 2“ hat sich bei Kindern und Jugendlichen in den letzten Jahren verfünffacht. Das sind beinahe 200 Neuerkrankungen/Jahr! Kein Wunder, betrachtet man gängige Produkte, die bei Kindern und Jugendlichen beliebt sind.

Ketchup: Anzahl der Würfelzucker 45

Ketchup: 45 Stück Würfelzucker

Gummibären: Anzahl der Würfelzucker 50

Gummibären: 50 Stück Würfelzucker

Nougat Creme: Anzahl der Würfelzucker 78

Nougatcreme: 78 Stück Würfelzucker

Zucker - der Stoff der vielen Namen

Zucker wird so derzeit nicht nur mengenmäßig gleichbleibend, sondern immer häufiger auch in schlechterer Form konsumiert.

Für mich ist diese Entwicklung KEINE Alternative.

Ernährung als Schulfach?

In der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ fordert Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer ein Schulfach für „Gesundheitsförderung“.

Dieses soll unter anderem über gesundes Essen und „Junk food“ aufklären. Reinhardt unterbreitet hierbei sogar bereitwillig die Mithilfe der Bundesärztekammer, indem er Ärzte in der Nachbarschaft zu Schulen in das Projekt miteinbinden würde.

Und in der Tat ist dieser Vorschlag zunächst äußerst plausibel und sinnvoll! Doch wie soll dies in Zeiten, in denen jede zweite Schule mit chronischem Lehrermangel zu kämpfen hat, Direktoren ohnehin die Qualität des Lehrpersonals anzweifeln und niedergelassene Ärzte durch eine hanebüchene Bürokratielast tagtäglich weiter erdrückt werden, praktisch geleistet werden?

Wäre die Bildungspolitik ein Lebensmittel und der „Nutriscore“ allgemeine Kennzeichnungspflicht, so stünde dort ein tiefrotes „E“ für ungesund auf der Verpackung. Über Dekaden der Vernachlässigung gehen eben nicht ohne spürbare Auswirkungen hinüber. Julia Klöckners jüngste Idee, zukünftig Erzieher und Lehrer in dieser Thematik besser schulen zu wollen, kann angesichts dieser allgemeinen Zustände nur als blanker Hohn aufgefasst werden.

Was aus meiner Sicht jedoch selbst innerhalb dieser maroden Infrastruktur mit wenig Aufwand geleistet werden könnte, ist Schülern einen praktischen Umgang mit Lebensmitteln und Gesundheit zu vermitteln, indem Ausflüge auf Bauernhöfe, schuleigene Gärten und regelmäßiges gemeinsames Kochen in Kitas und Schulen Einkehr findet.

Wenn dann auch noch irgendwann kompetentes Personal, Wissen in dieser Thematik vermittelt, umso besser. Doch momentan gilt es erst einmal den Kollaps des Bildungssystems zu verhindern, bevor solche vollmundigen Versprechungen gegeben werden können.

Ernährung als Schulfach

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